Richtiges Lizenzmanagement für Anwendungen und Betriebssysteme auf Virtualisierten Servern

Umgang mit komplexen Lizenzbedingungen für Software im Mittelstand

Lizenzmanagement in virtualisierten Umgebungen erfordert das Einhalten komplexer Lizenzbedingungen um die vermeintlich einfache Frage beantworten zu können: "Bin ich richtig lizenziert?" Mit der richtigen Software-Unterstützung lässt sich Compliance zuverlässig gewährleisten.

Dieser Blogeintrag thematisiert die Anforderungen für die Auswahl einer Software zum Lizenzmanagement für virtualisierte Server-Anwendungen und Betriebssysteme und präsentiert Lösungswege anhand eines typischen Szenarios.

Virtualisierung für virtuelle Windows-Server

Komplexe Metriken ersetzen 1-zu-1-Zuordnung

Die Herausforderungen des Software-Lizenzmanagements haben sich in den letzten Jahren gewandelt. Mittelständische Unternehmen scheuen das Thema häufig aus Furcht vor hohen Aufwänden und Kosten. Doch moderne Software leistet Abhilfe, und insbesondere für virtualisierte Server-Anwendungen und Betriebssysteme stehen neue Lösungen zur Verfügung. Ehemals war das Lizenzmanagement noch eine einfache Zuweisung der Art „für 20 Rechner brauche ich 20 Windows Lizenzen“. Heute werden mit jedem Major Release die Bedingungen komplexer, Softwarehersteller wie Microsoft und Adobe verwenden neue Kriterien wie die Anzahl der Prozessoren oder Prozessorkerne zur Berechnung der korrekten Lizenzanzahl. Besonders bei Betriebssystem wie z.B. Windows Server 2012R2, die auf Hosts oder virtuellen Maschinen zum Einsatz kommen, existieren mittlerweile andere Lizenzbedingungen als für Betriebssysteme auf klassischen Endanwender-Geräten.

Lizenzmanager müssen sich mit diesen Bedingungen auskennen, um sowohl für die Einhaltung der Software-Lizenz-Compliance zu sorgen als auch Überlizenzierungen zu minimieren. Andernfalls besteht das Risiko, dass auf Grund mangelhaften Wissens oder falscher Beratung viel Geld ausgegeben wird und die genutzten Applikationen trotzdem falsch lizenziert sind. Dies kann bei Lizenz-Audits Nachzahlungen – im schlimmsten Fall auch Strafzahlungen – nach sich ziehen und muss vermieden werden. Mit modernen Software-Lösungen lassen sich diese gängigen Probleme meistern und ein hohes Niveau an Transparenz in Bezug auf Lizenznutzung schaffen.

Worauf ist bei der Auswahl einer Lizenzmanagement-Software zu achten?

Um die optimale Lösung für den Einsatz im eigenen Unternehmen zu finden, gilt es eine Vielzahl an Entscheidungskriterien zu beachten. Die folgenden Punkte gehen dabei konkret auf die Auswahl einer Software für das Lizenzmanagement in virtualisierten Umgebungen ein. Natürlich sollten bei jeder Software-Anschaffung neben der Implementierbarkeit in die eigene IT-Umgebung und angrenzende Systeme auch die Systemvoraussetzungen beachtet werden.

Abbilden der Lizenzbedingungen für alle eingesetzten Anwendungen und Betriebssysteme

Zunächst muss definiert werden, welche Produkte in das Lizenzmanagement aufgenommen werden sollen. Dazu muss überprüft werden, ob die potentiell in Frage kommende Lizenzmanagement-Lösung deren Lizenzmodelle darstellen kann. Dieser trivial wirkende Schritt wird häufig unterschätzt, weshalb im Folgenden kurz auf Lizenzmodelle eingegangen wird. Diese werden unter anderem durch Lizenzart, Lizenzklasse und Lizenzmetrik beeinflusst. Weiterhin können Lizenzbindungen, Weitergabeverbote oder Laufzeitbeschränkungen vorliegen.

Lizenzart
Einzelplatzlizenz oder Mehrplatzlizenz
Lizenzklasse
Vollversion, Upgrade, Update, AddOn, CAL, etc.
Lizenzmetrik
pro Gerät, pro User, pro CPU, pro Core, pro Virtuelle Maschine, Volumen-, Standort-, Zeitgebunden, etc.

Für virtualisierte Anwendungen und Betriebs-systeme spielt die Lizenzmetrik eine entscheidende Rolle, da die Bedingungen der großen Software-Hersteller sich oft mit dem Erscheinen einer neuen Version ändern und auch von Edition zu Edition unterschiedlich sind. Deshalb geht die folgende Übersicht auf relevante Windows Server Versionen der letzten Jahre ein, erläutert die passenden Metriken zur Lizenzzählung (z.B. pro Gerät, pro CPU, pro Core) und das jeweilige Virtualisierungsrecht auf Virtuellen Maschinen (VMs).

Gängige Windows Server Versionen, zugehörige Metriken und Virtualisierungsrechte

Windows Server 2016 Standard

Metrik: Pro Core
Erläuterung: Mindestens 16 Lizenzen pro Server, mindestens 8 Lizenzen pro CPU
Virtualisierungsrecht: 2 VMs pro vollständigem Lizenzpaket

Windows Server 2016 Datacenter

Metrik: Pro Core
Erläuterung: Mindestens 16 Lizenzen pro Server, mindestens 8 Lizenzen pro CPU
Virtualisierungsrecht: unbegrenzt

Windows Server 2012 (R2) Standard

Metrik: Pro CPU
Erläuterung: Pro 2 Prozessoren wird eine Lizenz benötigt. Werden auf dem Host zusätzliche Rollen zu Hyper-V eingesetzt, sinkt das Virtualisierungsrecht um 1 VM
Virtualisierungsrecht: 2 VMs pro Lizenz

Windows Server 2012 (R2) Datacenter

Metrik: Pro CPU
Erläuterung: Pro 2 Prozessoren wird eine Lizenz benötigt
Virtualisierungsrecht: unbegrenzt

Windows Server 2008 (R2) Standard

Metrik: Pro CPU
Erläuterung: Pro 2 Prozessoren wird eine Lizenz benötigt. Werden auf dem Host zusätzliche Rollen zu Hyper-V eingesetzt, sinkt das Virtualisierungsrecht um 1 VM
Virtualisierungsrecht: 1 VM pro Lizenz

Windows Server 2008 (R2) Enterprise

Metrik: Pro CPU
Erläuterung: Pro 2 Prozessoren wird eine Lizenz benötigt. Werden auf dem Host zusätzliche Rollen zu Hyper-V eingesetzt, sinkt das Virtualisierungsrecht um 1 VM
Virtualisierungsrecht: 4 VMs pro Lizenz

Windows Server 2008 (R2) Datacenter

Metrik: Pro CPU
Erläuterung: Pro 2 Prozessoren wird eine Lizenz benötigt
Virtualisierungsrecht: unbegrenzt

Windows Server 2003

Metrik: Pro Gerät
Erläuterung: Pro Gerät wird eine Lizenz benötigt
Virtualisierungsrecht: keins

Aus dieser Übersicht wird unter anderem ersichtlich, dass bei der Verwendung von Windows Server 2016 pro Core lizenziert wird, wobei pro Server ein Minimum von 16 Core-Lizenzen und gleichzeitig pro Prozessor mindestens 8 Core-Lizenzen benötigt werden. Diese Core-Lizenzen werden als Zweierpacks verkauft. Zusammengefasst gelten also für einen Windows 2016 Server Standard oder Datacenter folgende Bedingungen (Quelle: Microsoft):

  • Acht Zweierpack-Core-Lizenzen (= 16 Cores lizenziert) werden benötigt für
    • 1 Prozessor mit 1-16 Cores
    • 2 Prozessoren mit 1-8 Cores pro Prozessor
  • Zehn Zweierpack-Core-Lizenzen (= 20 Cores lizenziert) werden für 2 Prozessoren mit 10 Cores pro Prozessor benötigt.
  • 16 Zweierpack-Core-Lizenzen (= 32 Cores lizenziert) werden für 4 Prozessoren mit 1-8 Cores pro Prozessor benötigt.
  • 20 Zweierpack-Core-Lizenzen (= 40 Cores lizenziert) werden für 4 Prozessoren mit 10 Cores pro Prozessor benötigt.

Ähnlich verhält es sich mit virtualisierten Server-Anwendungen. Die nachfolgende Auflistung zeigt die unterschiedlichen Arten der Lizenzierung für SQL Server Versionen der letzten Jahre. Die unterschiedlichen Möglichkeiten dieses Produkt zu lizenzieren können dabei in erheblichen Mehrkosten resultieren. So benötigt jedes Gerät, bzw. jeder Benutzer (natürliche Person, nicht der Benutzer-Account), welcher theoretisch direkt oder indirekt auf die Datenbank zugreifen könnte, eine entsprechende CAL-Lizenz. Dies hat beispielsweise zur Folge, dass bei Datenbanken, auf die über das Internet zugegriffen werden kann, nur eine Core-basierte Lizenzierung möglich ist.

Microsoft SQL Server Versionen und ihre Lizenzierung

2012/14/16 Standard (Core-basiert)

Metrik: Pro Core
Erläuterung: Pro 2 Cores wird eine Zweierpack-Lizenz benötigt, jedoch mindestens 2 Zweierpack-Core-Lizenzen pro Prozessor (= 4 Cores lizenziert)

2012/14/16 Standard (Server/ CAL-basiert)

Metrik: Pro Gerät
Erläuterung: Pro Gerät 1 Lizenz (zusätzlich Benutzer- oder Geräte-CALs nötig)

2012/14/16 Enterprise (Core-basiert)

Metrik: Pro Core
Erläuterung: Mindestens 2 Zweierpack-Core-Lizenzen pro Prozessor (wahlweise Host- oder VM-Lizenzierung)

Diese Beispiele sollen illustrieren, dass mit der Verwendung aktueller Betriebssysteme und Server-Anwendungen zum Teil komplexe Metriken durch eine Software-Lösung abgebildet werden müssen. Fehlende Unterstützung der benötigten Metriken würde zu einer fälschlichen Berechnung der benötigten Lizenzen und damit zu Ungenauigkeiten oder Fehlern im gesamten Lizenzmanagement führen.

Zuverlässige Zuordnung von Host- zu Gast-Systemen

Aktuelle Lizenzbedingungen, wie z.B. für Windows Server oder Oracle Database, erfordern stets, dass die Lizenz mit einem Host, bzw. dessen Hardware verknüpft wird – und nicht mit den VMs. Daher muss bei virtualisierten Anwendungen und Betriebssystemen die Zuordnung der virtuellen Maschine zum Host für das Lizenzmanagement zuverlässig abgebildet werden. Die Lizenzen des Hosts werden dann an die jeweiligen VMs vererbt. In der Praxis muss also der Host, auf dem die VMs mit der zu lizenzierenden Software laufen, über die nötige Anzahl an Lizenzen für alle laufenden VMs verfügen.

Bei Netzwerken mit mehreren physischen Servern muss stets bekannt sein, auf welchem Host welche VMs laufen.

Bei Netzwerken mit mehreren physischen Servern muss also stets bekannt sein, auf welchem Host welche VMs laufen und wie viele Lizenzen dadurch den einzelnen Hosts zugewiesen sein müssen. Je mehr Hosts und VMs vorhanden sind, desto häufiger kommt es vor, dass VMs auf andere physische Maschinen verschoben werden. Dies kann zum Beispiel durch variierende Anfragelast auf einen Server oder auch durch Wartungsarbeiten, wie Patch-Einspielungen, durch den Hypervisor oder einen Administrator geschehen. Dieses Vorgehen führt leicht dazu, dass ursprünglich korrekt lizenzierte Hosts plötzlich unterlizenziert sind. Die großen Software-Hersteller empfehlen daher häufig, dass alle vorhandenen physischen Maschinen pauschal ausreichend (über-) lizenziert werden. Eine Überlizenzierung ist aber nicht im Sinne eines wirtschaftlich arbeitenden, mittelständischen Lizenzmanagers. Mit der richtigen Software-Lösung können die tatsächlichen Bedingungen jedoch korrekt erfasst, der reale Lizenzbedarf ermittelt und Pauschallizenzierung vermieden werden.

Verlässliche Datenbasis

Wie erwähnt, ist es für das korrekte Durchführen eines kontinuierlichen Lizenzmanagement-Prozesses extrem wichtig, eine verlässliche Datenbasis zu besitzen. Die Lizenzbedingungen der Server-Anwendungen und Betriebssysteme fußen darauf, dass pro verfügbarer oder verwendeter Einheit eine gewisse Anzahl an Lizenzen nötig ist. Um diese Metrik richtig anwenden zu können, muss jederzeit bekannt sein, welche Anwendungen wo laufen, welche Hardware dabei verwendet wird, ob es sich um eine virtuelle oder physische Maschine handelt und wer Zugriff auf diese Anwendungen hat (CAL-Zählung). Zusammengefasst muss also die reale Einsatzsituation erfassbar und auswertbar sein.

Die reale Einsatzsituation muss erfassbar und auswertbar sein.

Ein Lizenzmanagement ist keine einmalige Stichprobe des Netzwerks, sondern muss als Prozess gelebt werden. Nur so ist zu gewährleisten, dass ständig auf die sich ändernden Bedingungen eingegangen und die Anzahl der Lizenzen stets an den aktuellen Zustand angepasst wird. Deshalb bietet sich für das Lizenzmanagement von virtualisierten Server-Anwendungen und Betriebssystemen eine Software-Lösung an, die in der Lage ist, alle relevanten Geräte zu inventarisieren und dabei qualitativ hochwertige und aussagekräftige Daten über alle verwendeten Komponenten liefert. Die aus der Inventarisierung gewonnenen Daten können dann idealerweise direkt im Lizenzmanagement verwendet werden, sodass beispielsweise eine Verlinkung zwischen der momentanen Core-Anzahl eines Hosts mit der benötigten Lizenzanzahl über die entsprechende Metrik erfolgt. Ändert sich die Core-Anzahl, wird auch direkt der entsprechende Lizenzbedarf angepasst.

Wirtschaftlichkeit

Natürlich spielt auch die Wirtschaftlichkeit der Software eine wichtige Rolle bei der Auswahl einer Lösung, weshalb kurz auf die relevanten Parameter aktueller Software-Lösungen eingegangen wird.
Neben dem Anschaffungspreis, der bei gängigen Software-Lösungen in der Regel pro Asset abgerechnet wird, muss die TCO beachtet werden. Wird zusätzliche Hardware für den Betrieb der Software benötigt? Sind Schulungen nötig, um die betroffenen Mitarbeiter für den Einsatz zu qualifizieren? Welche Kosten verursachen Wartung und Support der Software? Sind kostenpflichtige Zusatzkäufe nötig, um über die volle Funktionalität zu verfügen?

Der Software-Einsatz sollte Kosten senken.

Die Software sollte zudem in der Lage sein, alle zur Software und ihrer Lizenz gehörenden, abgespeicherten Unterlagen auf Nachfrage sofort verfügbar zu haben, sowie alle Daten zum Lizenzmanagement zu dokumentieren, sodass keine gesonderte Vorbereitung für ein Lizenz-Audit notwendig ist und die Software-Compliance einfach und schriftlich nachgewiesen werden kann. Zusätzlich ist es wünschenswert, dass der Software-Einsatz tatsächlich dazu führt, den Lizenzbestand allgemein zu optimieren und damit Kosten bei den Lizenzausgaben einzusparen.

Wie hoch der Automatisierungsgrad der eingesetzten Software beim Lizenzmanagement auch ist –letzte Kontrollfunktionen sind immer noch an Personen gebunden. Wer für die Lizenzverwaltung verantwortlich zeichnet, kommt nicht umhin die im Endbenutzervertrag (EULA; SLA) aufgeführten Bedingungen aufmerksam zu lesen und das entsprechende Software-Produkt, die -Version oder –Edition über die Metrik-Konfiguration den Vorgaben im Software-Lizenzmanagement-Tool anzupassen. Diese Aufgabe übernimmt die Lizenzmanagement-Software nicht. Da in den meisten Unternehmen eine überschaubare Anzahl an Einsatzszenarien herrscht, hält sich der Aufwand für die manuelle Konfiguration der Metrik-Einstellungen in Grenzen wie auf den nächsten Seiten beschrieben.

Anwendungsbeispiel

Das folgende Anwendungsbeispiel soll exemplarisch ein Szenario in einem mittelständischen Unternehmen abbilden und sowohl auf die typischen Fallstricke als auch auf Lösungswege hinweisen.

Typische Hardware-Konfiguration im Mittelstand

In einem Unternehmen gibt es zwei HP ProLiant ML350 Hosts mit jeweils 128GB RAM, 2 CPU und je 8 Cores, die unter VMware ESXi 6.0 laufen und auf denen sich je 5 Windows Server befinden. Auf einem der Windows Server VMs ist MS Exchange 2013 Standard installiert, auf einem anderen MS SQL Server 2012 Standard. Die anderen VMs arbeiten unter Windows Server 2012R2 Standard als Fileserver, Printserver, Webserver, etc. Jede VM hat jeweils 4 vCores konfiguriert. Der Cluster-Storage befindet sich auf einem NAS, der mit 10 GBit Ethernet angeschlossen ist. Insgesamt sind für 150 Beschäftigte 180 Windows Clients vorhanden; 30 von diesen haben zusätzlich zum Desktop einen Laptop sowie ein Firmen-Smartphone.
Die zwei ESX Server sind als Cluster konfiguriert, um eine möglichst hohe Ausfallsicherheit zu gewährleisten. Um Lastspitzen abzufedern, wird vSphere Load-Balancing eingesetzt.

Mehrere Servertypen und verschiedene Lizenzen

Verteilung der Lizenzen

Folgende Lizenzen könnten im Unternehmen vorhanden sein:

  • Eine VMware vSphere Essentials Plus Lizenz für max. 3 Hosts.
  • Jeder der beiden Hosts bekam 3 Windows Server 2012R2 Lizenzen mit jeweils 2 Virtualisierungsrechten zugewiesen, und zwar als OEM-Version (HP ROK).
  • Für die auf Host1 laufenden SQL-Server VM (mit Windows Server 2008R2 Enterprise Edition) ist eine entsprechende SQL-Server 4-Core-Lizenz vorhanden.
  • Für die auf Host2 laufenden Exchange Server VM (mit Windows Server 2012 Standard) ist eine Exchange Server 2013 Standard Edition Lizenz vorhanden.
  • Es sind je 180 Windows Server 2012R2 Device-CALs und Exchange Server 2013 Standard Device-CALs vorhanden.
  • Für den SQL Server sind keine CALs vorhanden, da er per Core lizenziert ist.
  • Für alle PCs (Desktop + Laptop) ist je eine Office 2013 Standard (Volumen-)Lizenz vorhanden.
  • Software-Assurance existiert für keines der Microsoft Produkte.

Auf den ersten Blick ist erst einmal alles korrekt lizenziert…

Gefahren bei der Lizenz-Zuordnung

Diese Konfiguration birgt jedoch einige Gefahren und Unklarheiten, für die Klärungsbedarf besteht:

  • Falls VMs von Host1 auf Host2 verschoben werden (z.B. wegen Load-Balancing oder Wartung), bleiben die Windows und SQL Server Lizenzen trotzdem weiterhin Host1 zugeordnet.
    • Die OEM-Lizenzen (Windows Server) sind stets fest einer Hardware zugeordnet und lassen sich nicht mehr verschieben!
    • Die SQL-Server Lizenzen dürfen ebenfalls nur einer Hardware zugeordnet werden und lassen sich nur einmal alle 90 Tage verschieben!
  • Falls VMs von Host2 auf Host1 verschoben werden, bleiben die Windows und Exchange Server Lizenzen trotzdem weiterhin Host2 zugeordnet.
    • Die OEM-Lizenzen (Windows Server) sind stets fest einer Hardware zugeordnet und lassen sich nicht mehr verschieben!
    • Die Exchange-Server Lizenzen dürfen ebenfalls nur einer Hardware zugeordnet werden und lassen sich nur einmal alle 90 Tage verschieben!
  • Die VMs von SQL Server und Exchange Server benutzen eine andere Windows Server Version und Edition als für den Host lizenziert wurde.
  • Falls die Smartphones zum Abrufen von E-Mails verwendet werden, benötigen sie ebenfalls je eine Windows Server und Exchange Server CAL.
  • Auch Zugriffe auf Dienste wie DNS oder DHCP benötigen eine Windows Server CAL; dies gilt z.B. auch für Drucker und Multifunktionsgeräte mit Netzwerk-Scan.

Compliance sicherstellen

Mit Hilfe eines modernen Lizenzmanagement-Tools, wie LOGINventory, lässt sich ohne viel Aufwand sicherstellen, dass die beschriebenen Lizenzverletzungen – falls sie auftreten – den Verantwortlichen aufgezeigt werden und diese daraufhin geeignete Maßnahmen ergreifen können, z.B.:

  • Organisatorisch sicherstellen, dass maximal so viele VMs verschoben werden, wie auf dem Ziel-System noch Lizenzen verfügbar sind.
  • SQL Server und Exchange Server unter Software-Assurance nehmen, dann dürfen die VMs inklusive der Lizenz jederzeit verschoben werden;
  • SQL Server und Exchange Server für den zweiten (und jeden weiteren) Host noch einmal beschaffen, dann könnte die entsprechende VM jederzeit verschoben werden;
  • Windows Server Lizenzen für die Hosts nachkaufen, so dass auch nach dem Verschieben von VMs noch auf jedem Host genügend Lizenzen vorhanden sind. Werden zusätzlich Volumenlizenzen mit Software-Assurance beschafft, so dürfen diese mit den VMs verschoben werden.
  • Windows Server Datacenter Edition (mit unbegrenztem Virtualisierungsrecht) für die Hosts beschaffen.

Hinweis: Die genannten unterschiedlichen Windows Server Versionen und Editionen zwischen Host und VMs sind kein Problem: Auch bei OEM Versionen ist das entsprechende Downgrade- und Downedition-Recht enthalten!
So wird gewährleistet, dass potentielle Fallstricke frühzeitig erkannt werden, im Unternehmen stets die richtige Anzahl der richtigen Lizenzen vorhanden ist und Lizenz-Compliance gewährleistet wird.

Fazit: Richtige Lizenzierung ist möglich

In diesem Blogeintrag wurden die wichtigsten Metriken für das Lizenzmanagement von virtualisierten Server-Anwendungen und Betriebssystemen vorgestellt und es wurde erläutert, welche Anforderungen an eine unterstützende Software bestehen. Dabei wurde ersichtlich, dass für den Einsatz im Mittelstand typischerweise nur wenige unterschiedliche Metriken relevant sind. Am Markt existieren zwar auch Enterprise-Suiten, die einen Katalog nahezu aller vorhandenen Vertragsbedingungen mitliefern und ständig aktualisieren, was sich aber in erheblichen Anschaffungs- und Wartungskosten niederschlägt. Für den operativen Einsatz im Mittelstand wird tatsächlich jedoch nur ein Bruchteil dieser Funktionalitäten benötigt, weshalb es sich aus Unternehmenssicht anbietet, nach anderen, speziell nach auf mittelständische Größe zugeschnittenen Lösungen zu suchen.

Als Software-Hersteller von Lizenzmanagement-Lösungen bieten wir deshalb auch frei konfigurierbare Metriken an, um jegliches Lizenz-Einsatzszenario abbilden zu können und so neben Server-Anwendungen auch alle weiteren Anwendungen unterstützen. Unser Lizenzmanagement-Tool hilft dabei, Über- und Unterlizenzierungen aufzudecken. Mit LOGINventory sind Sie in der Lage zu dokumentieren, welcher Lizenzstatus wann im Unternehmen geherrscht hat und welche Aktionen nötig waren und unternommen wurden. Mit dem Einsatz von LOGINventory gewährleisten Sie Software-Compliance und wissen stets "Ich bin richtig lizenziert!".

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